Sicher wohnen, gut aufwachsen

Familien in Wohnungsnot stehen zunehmend im Fokus sozialpolitischer Diskussionen und fachlicher Auseinandersetzungen. Wohnungs­losigkeit betrifft längst nicht mehr nur alleinstehende Personen, sondern in wachsendem Maße auch Familien mit Kindern. Damit rückt eine besonders vulnerable und schutzbedürftige Personengruppe in den Mittelpunkt.

Die Sicherung von angemessenem Wohnraum ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, Bildungschancen und das gesunde Aufwachsen von Kindern.

Wohnungslosigkeit ist längst nicht mehr ein Thema, das nur Einzelpersonen betrifft. Immer häufiger sind auch Familien vom Verlust ihrer Wohnung betroffen. Diese Entwicklung muss aus fachlicher Perspektive insbesondere deshalb in den Blick genommen werden, da die in den Familien lebenden (minderjährigen) Kinder eine besonders vulnerable und schutzbedürftige Personengruppe darstellen. In den hier vorliegenden Empfehlungen wird zunächst eine Bestandsaufnahme getätigt, die besonderen Bedarfe der Familien und die spezifischen Unterstützungsformen nach §§ 67 ff. SGB XII in den Blick genommen und Empfehlungen für die Praxis formuliert, die auf eine Verbesserung der Situation von Familien in Wohnungslosigkeit – unter anderem durch eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen den Rechtskreisen SGB XII und SGB VIII – abzielen.

Die Empfehlungen wurden von einem Expertengremium aus Vertretern der kommunalen Landesverbände, den Stadt- und Landkreisen und der Liga der freien Wohlfahrtspflege erarbeitet und mit den Sozial- und Jugendämtern landesweit abgestimmt.